Liebe Mitbürger,

Ihnen und Ihren Familien einen gesegneten und frohen Sonntag! Schon in der Bibel wird der erste Tag der Woche, der Sonntag, „Tag des Herrn“ genannt (Offenbarung 1,10). Eine Bezeichnung, die in den romanischen Sprachen fortlebt (z.B. franz. Dimanche oder ital. Domenica von lat. „dies Dominica).

Die Auferstehung Christi am ersten Tag der Woche ist DAS zentrale Ereignis des Christentums. Schon seit frühester Zeit versammelten sich die ersten Christen an diesem Tag zur gemeinsamen Feier und schon bald bekam der Sonntag für sie die Bedeutung, welche ursprünglich der Sabbat hatte – einschließlich der Sabbatruhe.

Wir feiern Ostern nicht nur einmal sondern 52 mal im Jahr! Jeder Sonntag ist ein kleines Osterfest, ein Tag der Ruhe, des Aufatmens, vor allem aber ein Tag des Gottesdienstes und Gebetes – eben ein Tag des Herrn. In diesem Jahr fällt der 1. Mai, ein weltlicher Feiertag, auf einen Sonntag. Eine Gelegenheit, einmal über die Unterschiede zwischen diesem Tag der Menschen und dem Tag des Herrn nachzudenken.

Neben dem Fokus auf den – absolut berechtigten – Einsatz der Arbeiter und Gewerkschaften für bessere Arbeitsbedingungen, war der 1. Mai immer auch von einer teils latenten teils offenen Aggressivität geprägt. Schon die oft gebrauchte Bezeichnung „Internationaler Kampftag der Arbeiterklasse“ zeugt davon. Immer wieder brach und bricht am 1. Mai Gewalt aus. Und sehr häufig fällt sie gerade auf die zurück, in deren Interessen angeblich gekämpft werden soll: Beim „Blutmai“ in Berlin im Jahr 1929 entluden sich die Gegensätze zwischen den Arbeiterparteien SPD und KPD in einer Mischung aus Polizeigewalt und Barrikadenkampf, am Ende blieben 33 Tote zurück. Die Nazis erklärten 1933 den 1. Mai mit großem Brimborium zum gesetzlichen Feiertag, um am Tag darauf die Gewerkschaftshäuser zu stürmen. Und heute lassen Linksextremisten – oft wohlstandsverwöhnte Bürgerkinder – in deutschen Großstädten ihrer Zerstörungswut freien Lauf.

Welch ein Unterschied zum Tag des Herrn! Welch ein Unterschied zu den ersten Christen, die häufig ebenfalls zu den damaligen Unterschichten gehörten und die trotz Verfolgung friedlich ihren Glauben lebten. Christus ist der Weg, die Wahrheit und das Leben, für die berechtigten Interessen der Arbeiter und der kleinen Leute. Und die Arbeitgeber sollten stets an die strenge biblische Mahnung denken: „Hört doch, wie der Lohn, um den ihr die Erntearbeiter betrogen habt, zum Himmel schreit! Das Geschrei der Arbeiter ist vor den Herrn, den Allmächtigen, gekommen.“ (Jakobusbrief 5,4)

Es sei auch daran erinnert, dass der Tag des Herrn – das betonen vor allem die Propheten des Alten Bundes – auch der Tag von Gottes gerechtem Gericht ist. Christus, der barmherzige aber auch unbestechliche Gerichtsherr wird kommen und alle Dinge, nach einer gründlichen Augenscheinnahme, ins rechte Licht stellen sowie Lohn und Strafe gerecht verteilen.

So wünsche ich Ihnen einen friedlichen Sonntag und einen schönen Monat Mai.

Ihr

Joachim Kuhs